Dienstag, 26. Juni 2007

Wieder was gelernt

Mich als Native Speaker zu bezeichnen, wäre mehr als vermessen. Statt dessen versuche ich mangelndes Vokabular durch einen 'very british accent' (den die Briten leider gar nicht als selben erkennen) zu vertuschen. Das kann auch mal nach hinten losgehen, wenn ich zum Beispiel das Wort 'Person' derart merkwürdig ausspreche, dass es für den gemeinen Londoner klingt wie 'Parson' (=Priester). Nevermind.

Gestern dann ließ ich mich darüber aufklären, was es mit den Abschiedsformeln in eMails auf sich hat.
'Yours, sincerely' kennen wir alle noch aus der Schule. Das hat in eMails schon mal nichts zu suchen.

Es gibt das recht distanzierte 'Thanks' sowie 'Regards'. Etwas weniger formal kommt man dann mit 'Many Regards' daher. Ganz kollegial wird es dann mit 'Cheers'. Ich hatte ein vordefiniertes 'Best wishes' (hatte ich irgendwo bei wem anders gesehen) in meiner eMail, was ich ruck zuck entfernte, nachdem ich erfuhr, dass dieser Spruch auf Geburtstagsfeiern besser aufgehoben ist als am Ende einer eMail.
Dann schließlich wurde ich all meiner Illusionen beraubt: 25 Jahre meines Lebens (oder wenigstens so lange wie ich die englische Sprache einigermaßen beherrsche) war ich der festen Überzeugung, dass 'Kind Regards' in etwa mit 'Liebe Grüße' zu übersetzen ist und schrieb es dementsprechend auch nur dann in eMails, wenn ich es wirklich meinte, wenn ich also dem Empfänger wörtlich liebe Grüße zukommen lassen wollte.
Aber nein! 'Kind Regards' ist alles andere als das! Es ist so in etwa die förmlichste Abschiedsformel, die man sich vorstellen kann. Eine, die man seinem Chef oder dem Vorstandsvorsitzenden oder wem auch immer schreibt. Scheiße, dachte ich mir, genau dort Distanz gesät wo eigentlich Nähe erzeugt werden sollte. Naja, jetzt mache ich es besser.

xxx

Mme S.

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