Places to be or not to be - Café Geistreich

Ja, Ihr merkt es schon: ich nutze es gnadenlos aus, mal ein paar Tage mehr als gedacht in Köln zu sein. Heute verschlug es mich auf meinem Rückweg von der Packstation ins Geistreich. Das ist ein kleiner Laden bei mir um die Ecke (mal wieder), in dem ich meiner Lieblingsbeschäftigung nachging: Kaffee trinken und lesen.
Inzwischen scheint es in Köln zum guten Ton zu gehören, Getreidekaffee auf der Karte zu haben. So auch hier. Schade war nur, dass die Kaffeesahne flockte. Abgelaufen war sie nicht, ich weiß auch nicht, woran das lag.
Das Geistreich liegt an einer Ecke, an der sich fünf Straßen kreuzen. Entsprechend viel los ist rund um den Platz. Was mir auffiel: die Jogger standen den Autos in nichts nach. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, heutzutage ginge jeder laufen, egal, ob er dabei eine gute oder weniger gute Figur macht. Studenten laufen eher als Berufstätige, Frauen laufen mehr als Männer, Heten laufen mehr als Homos und Asiaten laufen mehr als Fußballer. Das war der Eindruck, den mir mein Aufenthalt in dem Café vermittelte.
Zum ersten Mal seit gefühlten 1000 Jahren war der Service auch sehr gut. Ob es daran lag, dass es sich um einen Kellner und nicht um eine studentische Aushilfskraft handelte, weiß ich nicht. Vielleicht lag es eher daran, dass nicht sehr viel los war und ich den Freisitz für mich allein hatte. So unter dem Laubbaum war das schon ganz nett, wenn nicht die gefallsüchtigen Läufer das idyllische Bild am laufenden (im wahrsten Sinne des Wortes) Band gestört hätten.
Also: ein Place to be. Das nächste Mal mit gespanntem Nylonfaden auf Kniehöhe.

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